The Life Of A Banknote

The Life Of A Banknote: Nachhaltig wirtschaften, Verantwortung übernehmen

Mehr Nachhaltigkeit in der Banknotenproduktion – dazu startet Louisenthal unter dem Motto „The Life of a Banknote“ eine in der Branche bislang einzigartige Kampagne. Und zeigt damit gleichzeitig auf, dass Sustainability und Business kein Gegensatzpaar sind, sondern ein Gewinn für alle sein können.

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Das Bewusstsein für nachhaltiges, Ressourcen schonendes Handeln und Wirtschaften nimmt stetig zu – sicher auch, weil die Grundidee der Nachhaltigkeit zunächst ebenso einfach wie einleuchtend scheint: eine Ressource so zu nutzen, dass sie keinen bleibenden Schaden nimmt und auch künftigen Generationen in gleicher Weise zur Verfügung steht. Damit wird Nachhaltigkeit zum direkten Gegenstück einer rücksichtslosen Ausbeutung einer Ressource und verlangt danach Maß zu halten, erfordert Selbstreflexion und Selbstdisziplin.

Darin klingt schon mit: Nachhaltigkeit kann kein Selbstläufer sein, im Gegenteil. Gerade unternehmerische Nachhaltigkeit erfordert eine ehrliche Bestandsaufnahme dessen, was ist.

Das klingt aber auch leichter als es ist, denn wo fängt man an, wenn man noch nachhaltiger werden will? Als eine Antwort darauf startet die Papierfabrik Louisenthal GmbH zum Currency Technology Symposium Mitte Juli 2019 eine in der Branche bislang einzigartige Nachhaltigkeitskampagne: Unter dem Motto „The Life of a Banknote“ wird unter anderem im Rahmen einer Ausstellung anhand der gesamten Wertschöpfungskette bei Banknotensubstrat und Sicherheitsfolien aufgezeigt, wo Nachhaltigkeit bereits heute eine Rolle spielt – und welche Schritte geplant sind, um den Lebenszyklus einer Banknote nachhaltiger zu gestalten.

 

Muss Geld bio sein?

Louisenthal hat dazu seine gesamte Wertschöpfungskette analysiert und eine ehrliche Bestandsaufnahme gemacht: Was läuft gut? Was geht besser? Dabei wurde offenbar, dass es eine Vielzahl an Stellschrauben gibt, an denen in Sachen nachhaltige Banknoten gedreht werden kann: grüne Energie, Fairtrade-Baumwolle, wiederverwendbare Verpackung oder sinnvolles Recycling.

Wie sauber soll unser Geld sein? Braucht Geld eine neue Moral? Muss Geld bio sein? „Mit diesen Kernfragen verfolgen wir eine ebenso herausfordernde wie transparente Kommunikation, um das Thema „Nachhaltigkeit in der Papier- und Folienproduktion“ ehrlich und auf Augenhöhe zu diskutieren“, sagt Clemens Berger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Louisenthal.

Klar sei aber auch, so Berger weiter, dass über die reine Diskussion hinaus die Nachhaltigkeitsziele von Zentralbanken und Banknotendruckereien mit der Louisenthal-Kampagne aktiv und praktisch unterstützt werden können: „Je nachhaltiger eine Banknote produziert wird, umso positiver kann sich eine Zentralbank bei der Ausgabe einer Einzelnote oder auch einer ganzen Serie gegenüber der Bevölkerung positionieren“.

Mit dem Erschließen neuer Kundengruppen, der Markenpflege und dem Stärken der eigenen Reputation wird so aus Nachhaltigkeit mehr als ein Buzzword.  „Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie durch eine besondere Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility eine neue Sichtweise auf ihre Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle bekommen“, sagt Stefan Schaltegger, Professor für Nachhaltigkeitsmanagement an der Leuphana Universität Lüneburg.

 

Kein „Entweder-oder“, sondern ein „Sowohl-als-auch“

Das braucht klare Ansagen: Die Louisenthal-Kampagne zeigt in der Ausstellung wie auch in der dazu veröffentlichten Nachhaltigkeitszeitung eine Vielzahl an Positivbeispielen auf, setzt sich aber auch bewusst mit Verbesserungspotenzialen und dem wirtschaftlich Machbaren auseinander: der Standort Louisenthal am Tegernsee produziert mit Hilfe von Wasserkraft und Kraft-Wärmekopplung einen erheblichen Anteil von Eigenstrom, nämlich 10 Gigawattstunden pro Jahr. Dies entspricht ca. 25% des jährlichen Gesamtverbrauchs, der dem Bedarf von etwa 16.000 Einfamilienhäusern entspricht. Mit Hilfe der eigenen Abwasser-Reinigungsanlage konnte Louisenthal den Wasserbedarf um 40% im Vergleich zu 2010 senken.

„Unser Ziel ist kein „Greenwashing“, sondern das Aufzeigen eindrucksvoller Geschichten entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, so Berger weiter. „Das erfordert Mut, unterstreicht und steigert aber gleichzeitig Glaubwürdigkeit und Souveränität der Marke Louisenthal“. Und es erfordert die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit und Business kein Gegensatzpaar sein müssen, kein „Entweder-oder“, sondern ein „Sowohl-als-auch“.

 

 

Ambitioniert und machbar

Das ist ambitioniert, nicht immer einfach, aber machbar. Vor allem dann, wenn zum Beispiel mit Kunden und Auftraggebern an einem Strang gezogen wird und diese bewusst mehr „grüne Banknoten“ einfordern. Das könnte konkret heißen: Warum nicht das Ziel der Nachhaltigkeit gezielt in öffentliche Ausschreibungen aufnehmen und bewerten?

Denn je mehr Gewicht das Thema bekommt, desto schneller wird die Idee einer komplett „grünen Banknote“ Realität und im wahrsten Sinne des Wortes „wertvoll“: Neue Werte werden geschaffen, die die Attraktivität der Banknote und letztendlich auch der herstellenden Unternehmen steigern, die motivieren und für Mitarbeiter wie Kunden zur Triebfeder werden können – bis hin zu der Frage, warum Unternehmen aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung heraus nicht auch einen Beitrag über ihr eigentliches Kerngeschäft hinaus leisten sollten. „Denn wer heute die Marktrahmenbedingungen prägen und gestalten möchte, der kann sich nicht mehr allein auf die Verantwortung Anderer berufen – er muss selbst Verantwortung übernehmen“, so Louisenthal-Geschäftsführer Clemens Berger.