Geschichte Louisenthal

Louisenthal, Gmund am Tegernsee

Die Geschichte von Louisenthal beginnt im Jahr 1818 mit der Gründung der Uhrmacherei des Jakob Deisenrieder.
Übernahme des Betriebs durch Mechanikus Johann Mannhardt (geb. in Pürstling/Gmund) mit Kaufmann Niggl aus Tölz, den Kaufleuten Erich und Rueddorfer sowie Mechanikus Drossbach.
Ausbau und Einrichtung einer Maschinenfabrik und eines Hammerwerks. Der mächtige Dachstuhl aus Gusseisen der Walhalla bei Regensburg stammt aus dieser Fabrik. Angeschlossen war eine mechanische Flachsspinnerei. Die heute noch vorhandene Turmuhr in Louisenthal stammt aus dieser Zeit. Das Unternehmen arbeitete wegen der schlechten Verkehrsbedingungen unrentabel und wurde verkauft.
Bis 1859 produzierte der Münchner Stegmayer Drahtstifte, die damals weithin bekannten „Gmunder Stifte”.
Kauf der Gebäude durch den Münchner Kaffeehausbesitzer Probst und Einrichtung einer Kneipp-Kuranstalt.
Versteigerung des Anwesens und Erwerb durch den Schweizer Schultes. Einrichtung einer Baumwollspinnerei.
Schultes erhält die Erlaubnis von König Max II., die Fabrik „Louisenthal” nennen zu dürfen. Die Benennung erinnert an Herzogin Ludovika (Louise), Tochter von König Max I. Joseph von Bayern, Ehefrau von Herzog Max in Bayern (Zithermaxl) und Mutter der Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi).
Verkauf der Fabrik an Regierungsbaumeister Carl Haug, Mitinhaber der Papierfabrik Müller am Baum.
Bau der Papierfabrik Louisenthal mit einer Langsieb-Papiermaschine.
Bau der Holzschleiferei in Mühltal.
Bau der Kanalbrücke über die Mangfall und eines elektrischen Kraftwerks. Die erste Kraftübertragung mithilfe der Elektrizität in Deutschland wurde hier verwirklicht.
Schwerste Schäden durch das Mangfallhochwasser, bei dem der gesamte Betrieb vorübergehend stillgelegt wurde.
Bau der Holzschleiferei Rainmühle und Aufstellung einer zweiten Papiermaschine. Da die Vorbesitzer fast alle an den ungünstigen Verkehrsbedingungen scheiterten, trieb Haug den Bau einer Lokalbahn von Schaftlach nach Gmund voran. Nach Eröffnung der Bahn 1883 wurde der Transport durch Pferdegespanne nach Schaftlach überflüssig.
Kriegsjahre mit Einschränkung des Betriebs.
50-jähriges Jubiläum der Papierfabrik Louisenthal. Inhaber sind Frau Haug, Witwe des Gründers, und die Gesellschafter Dr. A. Förderreuther und Kommerzienrat Arthur Haug.
Am 1. Mai 1964 Kauf der Gesamtanlage durch die Banknoten- und Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient, München.
Bau einer neuen Rundsieb-Papiermaschine für Banknoten und eines neuen Kesselhauses sowie Einrichtung eines Prüf- und Entwicklungslabors.
Im Herbst Anlauf der neuen Anlage.
Produktion von (deutschem) Banknotenpapier und Sicherheitspapier aller Art.
Start der Herstellung von Euroscheck-Papier.
In der Zeit von 1976 bis 2010 investiert Louisenthal in die ständige Verbesserung der technischen Anlagen: Verbreiterung der Papiermaschine, Erweiterung der Ausrüstung, Veredelungsabteilung, neue Werkstätten, Erweiterung von F&E (Forschung und Entwicklung), Erweiterung der Büroplätze.
Einführung der dritten Generation der Deutschen Mark. Erstmals mit Fensterfaden! Zusatzvolumen durch Wiedervereinigung Ost- und Westdeutschland. Louisenthal ist 100%iger Papierlieferant.
Kauf der Papierfabrik Königstein. Erweiterung der Kapazität von 3.500 t in 1991 auf ca. 10.000 t heute.
Installation der Hologramm-Applikationsmaschine (OVS I) und Realisierung des weltweit ersten Banknotenpapiers mit Hologrammstreifen (Bulgarien, 2.000 Lewa).
Einstieg in die Folienproduktion mit einem Joint-Venture-Partner. Entwicklung von LongLife Banknotenpapier mit erhöhten Haltbarkeitseigenschaften.
Einführung des Euro. Louisenthal ist größter Papierlieferant für die neuen Banknoten.
Inbetriebnahme der eigenen Folienproduktion. Neugliederung der Produktion in Werk Papier Louisenthal, Werk Papier Königstein, Werk Folie Louisenthal.
Erste Note mit Durchsichtsfenster „varifeye®” (Bulgarien, 20 Lewa).
Erweiterung des Folienwerks.
Entwicklung von Synthec®-Banknotenpapier mit erhöhten Haltbarkeitseigenschaften.
Neuprodukte varifeye®C2 und Sicherheitsfaden ColourShift/ColourFix, Musternote Yvonne 2008.
Inbetriebnahme der neuen Papiermaschine PM4 in Königstein. Die PM4 ist die derzeit modernste und schnellste Rundsieb-Papiermaschine der Welt.
Hybrid™ – Produkteinführung, Musternote Yvonne.
Die kasachische 1.000-Tenge-Banknote ist die erste Umlaufnote mit varifeye® Magic™.