Auf den ersten Blick klingt es so plausibel wie einfach: Durch die „Kopie“ der Natur ermöglicht es uns die Kreislaufwirtschaft, die „Circular Economy“, unsere Wirtschaft so zu organisieren, dass nichts verschwendet wird und die Wertschöpfung maximiert wird. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Kreislaufwirtschaft bedeutet, Ressourcen effizient einzusetzen und die Nutzung und Lebensdauer eines Produkts zu maximieren. Und dabei gleichzeitig Nebenprodukte und Abfälle wiederzugewinnen und -verwenden, um neue Materialien oder Produkte herzustellen.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass über allem immer auch die Herausforderung eines effektiven Managements schwebt: „In der Kreislaufwirtschaft wird der Fluss erneuerbarer Ressourcen und der Bestand endlicher Materialien verantwortungsvoll gesteuert, indem geschlossene Material- und Energiekreisläufe geschaffen werden“, sagt Alexandra Geiger, Sustainability Engineer Banknote Solutions Division bei Giesecke+Devrient.

Kontinuierliche Kreisläufe, in denen alle Materialien in das System zurückgeführt werden, können und sollten nicht allein geschlossen werden: weil immer mehr Regierungen, Zentralbanken, Geschäftsbanken, Geldtransportunternehmen nach neuen Lösungen suchen, um den Bargeldkreislauf nachhaltiger zu gestalten muss dieser Loop mehrere Akteure und deren Rollen nicht nur er-, sondern auch anerkennen, respektieren und in den Mittelpunkt stellen.

Warum eine Kreislaufwirtschaft zur neuen Normalität werden könnte


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Schlüssel dabei sind Kooperationsmodelle, die über die Grenzen verschiedener Akteure hinweg die beste Gesamtlösung zur Maximierung von Nachhaltigkeit und Effizienz schaffen. Klingt erst einmal abstrakt, aber: „Wenn alle Akteure des Bargeldkreislaufs gemeinsam an einer Gesamtlösung für ihren Teil des Kreislaufs arbeiten, werden letztendlich die Kosten für Bargeld gesenkt, und die Akteure können von den Vorteilen der Standardisierung profitieren“,  erklärt Bernd Kümmerle, Geschäftsführer der Division Banknote Solutions bei G+D Currency Technology.

„Die Welt funktioniert immer noch weitgehend nach dem Modell der 'linearen Wirtschaft' – manchmal auch als 'take-make-discard' bekannt –, bei dem Rohstoffe zur Herstellung von Produkten verwendet werden, die dann am Ende ihrer kurzen Lebensdauer entsorgt werden“, so die Initiative „Alliance To End Plastic Waste“. Aber „der Übergang zu einem nachhaltigeren Modell ist keine Raketenwissenschaft, wenn wir uns an die 3 Rs: Reduce, Reuse, Recycle - und zwar in dieser Reihenfolge!“

Dazu Bernd Kümmerle: „Es gibt keine Patentlösung, es geht nicht darum, hastig von einem „Einweg-Lebensstil“ auf einen anderen umzusteigen, sondern darum, unser Verhalten zu ändern, um ein Gleichgewicht zwischen Nutzen und Nachhaltigkeit herzustellen“. G+D ebnet den Weg zur Kreislaufwirtschaft, indem es „die Wertschöpfungskette der Herstellung direkt mit der Wertschöpfungskette des Vertriebs, des Umlaufs und des End-of-Life verknüpft“.

Der Weg zur Kreislaufwirtschaft endet nie


Ein Ansatz ist G+Ds Green Banknote, „die das Produkt 'Banknote' auf ein höheres Niveau hebt, indem sie mit neuartigen, lokal angebauten Fasern, zertifizierter Bio-Baumwolle und recycelten Materialien arbeitet, den Einsatz innovativer Produkte optimiert oder umweltfreundliche Druckfarben verwendet", so Clemens Berger, Vorsitzender der Louisenthal- Geschäftsführung. Der Weg orientiert sich weiter an einem klaren Fokus auf Effizienz und dem Einsatz von weniger Energie und Abfall durch automatisierte Digitalisierung. Und könnte unter anderem zu KI-basierten Bargeldbedarfsprognosen für weniger Bargeldtransporte oder lokalen End-of-Life-Lösungen jenseits der traditionellen Banknotenvernichtungssysteme führen.

„Das ist das „Schließen des Kreislaufs“, der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem Green Cash Cycle: den Wert von Rohstoffen, Komponenten und Produkten erhalten, erneuerbare Energiequellen nutzen und systemisch handeln", fügt Berger hinzu. „Aber natürlich sind wir uns bewusst, dass viele Unternehmen das Konzept der Kreislaufwirtschaft zwar verstehen, es dennoch aber für sie eine Herausforderung ist, es in ihrem Unternehmen anzuwenden“.

Denken, neu denken, überdenken


Dabei erweitern vollständig integrierte zirkuläre Geschäftsmodelle die Wertschöpfung über den kurzfristigen finanziellen Wert hinaus, heißt es in der PwC-Studie „The Road To Circularity“. „Sie konzentrieren sich auf die Wertschöpfung im weiteren Sinne und berücksichtigen den Wert für Kunden, Umwelt und Gesellschaft.“ Dies bedeute auch, eine klare Strategie zu formulieren, Geschäftsmodelle zu überdenken und zu verstehen, dass es sich um einen echten Transformationsprozess handelt – sowohl intern als auch in Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und anderen Stakeholdern; und schließlich die Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft durch angemessene Management- und Berichtsprozesse immer wieder zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen.

„Wir starten mit unserer Green Banknote und enden mit einer engeren, erfolgreicheren und nachhaltigeren Zusammenarbeit“, so Bernd Kümmerle abschließend. Ob Beschaffung, Ressourceneffizienz oder Nutzungsoptimierung, „der Weg zur Kreislaufwirtschaft endet nie, er führt auch über ein ‚Produkt-als-Dienstleistung-Mindset‘“. Innerhalb eines Green Cash Cycle bedeute dies, auf die effektivste Weise zu denken, zu handeln und vor allem: einander zu vertrauen, um Antworten zu finden und gemeinsam Mehrwerte zu erschließen.

 

 

 

Nahaufnahme der Oberfläche des G+D Green Papers für Banknoten

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The Green Banknote Initiative
Als ein führendes Unternehmen der Branche nehmen wir das Thema Nachhaltigkeit ernst. Auf der Grundlage einer Studie, die Banknotensubstrate unter die Lupe genommen hat, haben wir unseren Fokus auf das Thema nachhaltige Banknoten ausgeweitet.

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