
»Nachhaltigkeit ist Win-Win«
Nachhaltigkeit ist keine One-Man-Show. Sie erfordert eine präzise aufeinander abgestimmte Teamarbeit vieler Stakeholder – gerade in Krisenzeiten. Alexandra Peppmeier, Senior Sustainability Engineer in der Banknote Solutions Division bei Giesecke+Devrient (G+D) Currency Technology, erläutert, wie strategische Nachhaltigkeitsziele den Bargeldkreislauf mit zukunftssicheren Lösungen ökologischer machen.
Frau Peppmeier, gibt es in Zeiten von Krisen und Umwälzungen nichts Wichtigeres als Nachhaltigkeit?
Gerade in Krisenzeiten dürfen wir die dauerhaften globalen Risiken nicht aus den Augen verlieren, sondern müssen ihnen nachhaltig entgegenwirken. Viele Unternehmen haben derzeit mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen und stellen dabei das Dringende vor das Wichtige. Ich bin jedoch überzeugt, dass Nachhaltigkeit das Thema des Jahrzehnts bleibt – verbunden mit den Kernfragen: Ist nachhaltiges Handeln für Unternehmen wirklich von zentraler Bedeutung? Und wie sieht die geschäftsbezogene, strategische Logik dahinter aus?
Und die Antworten darauf sind?
Dass uns das größere Gesamtsystem eine klare Rückmeldung gibt und damit immer mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit schafft. Ein Großteil des ESG-Wachstums (Environment, Social, Governance) basiert auf den Umweltkomponenten und den Reaktionen auf den Klimawandel. Gleichzeitig haben andere ESG-Bestandteile, insbesondere die soziale Dimension, deutlich an Bedeutung gewonnen. ESG ist für alle relevant geworden und verlangt nach klaren Standards und Maßstäben.
Was sind die wichtigsten Kriterien für Nachhaltigkeit?
In erster Linie: Handeln. Das Handeln von Unternehmen hat erhebliche Auswirkungen auf Menschen, die nicht direkt mit dem Unternehmen zu tun haben. Externe Effekte wie Treibhausgasemissionen, der Einfluss auf Arbeitsmärkte oder die Folgen für die Gesundheit und Sicherheit von Zulieferern werden in unserer vernetzten Welt zu einer immer größeren Herausforderung. Diese externen Effekte nehmen zu und der daraus entstehende Druck macht verantwortliches, nachhaltiges Handeln unverzichtbar.

Alexandra Peppmeier, Senior Sustainability Engineer in der Banknote Solutions Division bei Giesecke+Devrient (G+D)
»Kein Unternehmen kann allein die Welt retten«
Die sich auch innerhalb eines Unternehmens widerspiegeln?
Natürlich. Und gerade innerhalb eines Unternehmens. Das „Wie“ des ESG-Ansatzes beginnt mit der Frage, welches Problem Unternehmen eigentlich lösen sollen: nämlich ihre gesellschaftliche Akzeptanz angesichts zunehmender externer Effekte zu erhalten und zu stärken. Diese Aufgabe ist jedoch so groß, dass kein Unternehmen sie allein bewältigen kann. Kein Unternehmen kann allein die Welt retten.
Wo fängt man also an?
Für uns bei G+D ist angesichts der sich in den letzten Jahren verschärfenden Klimakrise der Klimaschutz – also unser Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung – eines der wichtigsten Ziele unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Unser bisheriges Klimaziel, das bis 2022 galt, haben wir bereits 2020 erreicht. Bereits seit 2023 beziehen wir konzernweit 100 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Quellen. In Louisenthal und Königstein, unseren beiden großen Banknotenpapierfabriken in Deutschland, die erhebliche Wassermengen einsetzen, bereiten wir bereits 40 bzw. 58 Prozent des Wassers auf und führen es in den Kreislauf zurück. Wir setzen uns klare Ziele, verfügen über eine Nachhaltigkeitsagenda und haben das Thema Nachhaltigkeit auf die strategische Ebene gehoben.
Eine Strategie, die auch von Kunden unterstützt wird?
Mehr und mehr, ja. In unserer Branche sind wir mit unseren Nachhaltigkeitszielen und mit der Art und Weise, wie wir sie umsetzen und kommunizieren, führend – etwa mit unserer Green Banknote Initiative. Mit diesem Ansatz stoßen wir bei unseren Kunden nicht auf Widerstand, im Gegenteil. Wir sehen großes Potenzial, weil sich unser starkes Engagement für Nachhaltigkeit nicht auf unsere eigene Geschäftstätigkeit beschränkt.
»Wir stellen uns immer wieder die Frage:
Was können wir für die Gesellschaft beitragen, was sonst niemand kann?«

Heißt: In der Zusammenarbeit liegt die Kraft?
In der Tat. Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten zusammen, um auch ihnen zu helfen, ambitionierte ESG-Standards zu erfüllen. Als global führender Anbieter von Sicherheitslösungen für den Zahlungsverkehr, Konnektivität, Identity und digitale Infrastruktur haben wir die Möglichkeit, unsere Kunden bei der Erreichung ihrer eigenen Klimaziele zu unterstützen. Wir können ihnen neue Perspektiven aufzeigen oder sie auf Anforderungen vorbereiten, die erst neu hinzukommen.
Was bedeutet das konkret?
Dass ein robuster Ansatz wichtiger ist, denn je. Deshalb betrachten wir Nachhaltigkeit ganzheitlich über den gesamten Bargeldkreislauf hinweg und laden unsere Kunden und Partner ein, diese Perspektive mit uns zu teilen.
Die was offenbart?
Zum Beispiel unsere Green Banknote Initiative mit unserer Green Banknote. Mit der Green Banknote leisten wir einen Beitrag zu mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Damit kommen wir der Forderung nach weniger Plastik nach und unterstützen unsere Kunden und Partner auf ihrem Weg zu nachhaltigeren Banknoten. Zugleich stellen wir uns immer wieder Fragen wie: Was können wir für die Gesellschaft beitragen, was sonst niemand kann? In welchen Bereichen müssen wir unsere Praxis schärfen, um unsere Strategie mit unserer gesellschaftlichen Wirkung in Einklang zu bringen? Was tun wir, das unersetzlich ist?
Und? Was ist unersetzlich?
Vor allem die Erkenntnis, dass niemand das Thema Nachhaltigkeit allein angehen kann. Investitionen in grüne Technologien kann jedes Unternehmen für sich tätigen. Um unsere Ziele eines grüneren Bargeldkreislaufs zu erreichen, müssen wir jedoch Hand in Hand arbeiten. Wir unterstützen unsere Kunden und Partner mit all unserem Wissen und Können auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit, entwickeln uns dabei selbst ständig weiter und sind auch immer bereit, unser Wissen zu teilen.
Warum?
Weil wir den Weg kennen, der beschritten werden muss, und weil wir die Machbarkeit bewiesen haben. Für Unternehmen ist es deutlich einfacher, ESG zu operationalisieren, wenn es einen klar formulierten Unternehmenszweck gibt, der im Geschäftsmodell verankert ist. Für unsere Branche bedeutet dies, dass sowohl wir als auch unsere Kunden eine Win-Win-Situation erreichen können, wenn wir einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und uns als zukunftsorientierte Unternehmen aktiv miteinander auseinandersetzen. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden, unseren Lieferanten und unseren Partnern in der Industrie weitergehen. Es ist ein gangbarer Weg, unsere Branche insgesamt nachhaltiger zu gestalten.

Weitere Informationen
The Green Banknote Initiative
Als ein führendes Unternehmen der Branche nehmen wir das Thema Nachhaltigkeit ernst. Auf der Grundlage einer Studie, die Banknotensubstrate unter die Lupe genommen hat, haben wir unseren Fokus auf das Thema nachhaltige Banknoten ausgeweitet.