Herr Kümmerle, gibt es in Zeiten von Krisen und Umwälzungen nichts Wichtigeres als Nachhaltigkeit? 

Nein, gerade in diesen Zeiten dürfen wir die permanenten, globalen Gefahren nicht aus den Augen verlieren, wir müssen ihnen nachhaltig entgegenwirken. Sicherlich haben derzeit viele Unternehmen mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen, ich bin aber überzeugt, dass Nachhaltigkeit das Thema des Jahrzehnts bleiben wird und mit ihm die Kernfragen: haben Unternehmen die Wertigkeit nachhaltigen Handelns wirklich umrissen? Was ist die geschäftsbezogene, strategische Logik dahinter?



Und die Antworten sind? 

Dass uns das größere Gesamtsystem eine klare Rückmeldung gibt: es gibt den „großen Gleichmacher“, unsere Erde, der immer mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit schafft. In der Tat basiert ein Großteil des ESG-Wachstums (Environment, Social, Governance) auf seinen Umweltkomponenten und den Reaktionen auf den Klimawandel. Aber auch andere ESG-Bestandteile wie die soziale Dimension haben an Bedeutung gewonnen. Das ist und wird für alle zunehmend relevant und erfordert daher klare Standards und Maßstäbe.



Was sind die wichtigsten Kriterien für Nachhaltigkeit?

In erster Linie: Handeln! Das Handeln von Unternehmen hat erhebliche Auswirkungen auch auf all jene, die nicht direkt mit dem Unternehmen zu tun haben. Externe Effekte wie die Treibhausgasemissionen, ihr Einfluss auf die Arbeitsmärkte und die Folgen für die Gesundheit und Sicherheit von Zulieferern werden in unserer vernetzten Welt zu einer immer größeren Herausforderung. Diese externen Effekte nehmen zu und erzeugen einen Druck, der soziale Verantwortung erfordert.

Bernd Kümmerle, Managing Director Banknote Solutions Division bei G+D Currency Technology

»Kein Unternehmen kann allein die Welt retten«


Die sich auch innerhalb eines Unternehmens widerspiegeln?

Natürlich. Vor allem innerhalb eines Unternehmens! Das „Wie“ des ESG-Ansatzes eines Unternehmens beginnt damit, dass erkannt wird, wofür die Unternehmen Lösungen finden sollten. Diese Aufgabe ist aber so groß, dass kein Unternehmen sie allein bewältigen kann. Kein Unternehmen kann allein die Welt retten.

 

Wo fängt man also an?

Für uns ist angesichts der sich in den letzten Jahren verschärfenden Klimakrise der Klimaschutz eines der wichtigsten Ziele unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Unser bisheriges Klimaziel, das bis 2022 galt, haben wir bereits 2020 erreicht. Darüber hinaus werden wir bis 2030 konzernweit 85 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen. Und in Louisenthal und Königstein bereiten wir bereits 40 bzw. 58 Prozent des Wassers auf und führen es in den Kreislauf zurück. Wir setzen uns Ziele, wir haben unsere Nachhaltigkeitsagenda und wir haben das Thema Nachhaltigkeit auf  die strategische Ebene gehoben.

 

Eine Strategie, die auch von Kunden unterstützt wird?

Ja. In unserer Branche sind wir mit unseren Nachhaltigkeitszielen und mit der Art und Weise, wie wir sie umsetzen, führend – siehe zum Beispiel unsere Green Banknote Initiative. Und mit diesem Ansatz stoßen wir nicht auf Widerstand bei unseren Kunden, ganz im Gegenteil. Wir sehen nach wie vor ein hohes Potenzial, weil sich unser Engagement für Nachhaltigkeit nicht allein auf unsere eigene Geschäftstätigkeit beschränkt.

»Wir stellen uns immer wieder die Frage:
Was können wir für die Gesellschaft beitragen, was sonst niemand kann?«


Heißt: In der Zusammenarbeit liegt die Kraft?

In der Tat arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten zusammen, um auch ihnen zu helfen, ambitionierte ESG-Standards zu erfüllen. Als Anbieter von Sicherheitslösungen für den Zahlungsverkehr, Konnektivität und digitale Infrastruktur haben wir dafür die entsprechenden Hebel.

 

Was bedeutet das konkret?

Dass ein robuster Ansatz wichtiger ist, denn je. Deshalb betrachten wir Nachhaltigkeit ganzheitlich über den gesamten Bargeldkreislauf hinweg und laden unsere Kunden und Partner ein, gemeinsam mit uns diese Perspektive einzunehmen.

 

Die was offenbart?

Unsere Green Banknote Initiative mit unserer Green Banknote zum Beispiel. Mit der Green Banknote leisten wir einen Beitrag zu mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Damit kommen wir der Forderung nach weniger Plastik nach und unterstützen unsere Kunden und Partner auf ihrem Weg zum Green Banking. Zugleich stellen wir uns immer wieder Fragen wie: Was können wir für die Gesellschaft beitragen, was sonst niemand kann? In welchen Bereichen müssen wir nachschärfen, um unsere Strategie mit unserer gesellschaftlichen Wirkung in Einklang zu bringen? Was tun wir, das unersetzlich ist?

 

Und? Was ist unersetzlich?

Vor allem die Erkenntnis, dass niemand allein das Thema Nachhaltigkeit angehen kann. Sicher, Investitionen in grüne Technologien kann jedes Unternehmen für sich selbst tätigen. Aber um unsere Ziele eines grüneren Bargeldkreislaufs zu erreichen, müssen wir Hand in Hand arbeiten. Wir unterstützen unsere Kunden und Partner mit all unserem Wissen und Können auf ihrem Weg zum Green Banking. Wir entwickeln uns ständig weiter und sind immer bereit, unser Fachwissen mit Ihnen zu teilen.

 

Warum?

Weil wir den Weg kennen, der beschritten werden muss, und weil wir die Machbarkeit bewiesen haben. Natürlich ist es für Unternehmen viel einfacher, ESG zu operationalisieren, wenn es einen klar formulierten Unternehmenszweck dafür gibt. Einen, der im Geschäftsmodell verankert ist. Für unsere Branche bedeutet dies, dass sowohl wir als auch unsere Kunden eine Win-Win-Situation erreichen können, wenn wir einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und uns als zukunftsorientierte Unternehmen aktiv miteinander auseinandersetzen. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden, unseren Lieferanten und unseren Partnern in der Industrie weitergehen, um unsere Branche insgesamt nachhaltiger zu gestalten.

Nahaufnahme der Oberfläche des G+D Green Papers für Banknoten

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The Green Banknote Initiative
Als ein führendes Unternehmen der Branche nehmen wir das Thema Nachhaltigkeit ernst. Auf der Grundlage einer Studie, die Banknotensubstrate unter die Lupe genommen hat, haben wir unseren Fokus auf das Thema nachhaltige Banknoten ausgeweitet.

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