Abfall für die einen …

Wer mal versucht hat, ein wirklich gutes Hemd zu kaufen, kann ein Lied davon singen: Nachhaltig und fair produzierte Baumwolle? Schwer zu finden. Der Anbau verbraucht viel Wasser, häufig ist das Saatgut genmanipuliert und die Pflanzen werden mit Pestiziden behandelt. Dazu kommt, dass viele Plantagenarbeiter/innen unter schweren, ungesunden Bedingungen arbeiten und oft nicht fair bezahlt werden. Für die Banknotenherstellung verwenden wir fast ausschließlich ein Abfallprodukt der Textilindustrie. Das sind gerade einmal 0,375 Prozent der weltweiten Rohbaumwolle – und noch dazu der Teil der Ernte, der für die Herstellung hochwertiger Mode gar nicht in Frage kommt. Sind wir damit fein raus? Wir finden, auch vergleichsweise kleine Verbesserungen bringen uns vorwärts. Deshalb bemühen wir uns am hart umkämpften Markt umso mehr um faire und bio-zertifizierte Baumwolle(-Reste) für unsere Banknoten. Das Angebot ist klein, und oft erfüllt die Ware nur einen Teil der von uns geforderten Standards – ist etwa „bio“, aber nicht „fair“. Auch die Versprechungen der Labels können von uns nicht kontrolliert werden. Zusätzlich muss der Rohstoff unseren Qualitätskriterien bezüglich Faserlänge, Faserdicke, Fremdstoffgehalt, Micronaire und Fluoreszenzfreiheit entsprechen. Da wir nur ein Ausschussprodukt beziehen, haben wir am Markt keinen Einfluss auf die Menge und Qualität von Baumwolle. Wie wir in Zukunft trotzdem einen natur- und menschenfreundlichen Anbau fördern wollen, lesen Sie in unseren Ambitionen.

 

… Rohstoff für die anderen.

Aus Ausschuss wird Bares. Wussten Sie, dass wir in unserem Banknoten-Substrat ein Abfallprodukt aus der Textilindustrie verarbeiten? Diese verwendet überwiegend lange Baumwollfasern. Die kurzen, auch „Kämmlinge“ genannt, werden zu Wattepads, Ohrenstäbchen oder eben: Geldscheinen.

Alternative Faserstoffe


Nachwachsend gut

Alles Baumwolle – oder nicht? Wirklich gute Bio-Fairtrade-Baumwolle ist schwer zu bekommen. Warum also nicht einfach auf einen anderen Rohstoff umsteigen? Gar nicht so leicht, haben wir festgestellt. Denn Baumwolle ist als Substrat für Banknoten seit Jahrhunderten etabliert und hat für viele Länder einen ideellen Wert. Zudem ist die pflanzliche Wolle ein echter Alleskönner: waschmaschinen-, bügeleisen- und reißfest. Studien zu Flachs, Hanf oder Polyamidfasern haben ergeben, dass kein Ersatzprodukt in jeder Kategorie mit Baumwolle mithalten kann. Oder liegt die Lösung in der Kombination? Mit Synthec® hat Louisenthal ein Produkt auf den Markt gebracht, dass durch die Beimischung von wenigen Kunststofffasern viel reißfester und dadurch länger haltbar ist. Gerade wird daran geforscht, diese Fasern aus recyceltem Kunststoff, also etwa geschredderten PET-Flaschen, zu gewinnen.

Trotzdem gilt: wir sind offen für Experimente mit pflanzlichen Alternativen und gehen gerne auf die Impulse unserer Kunden ein. So besteht etwa der neue philippinische Peso zu 80 Prozent aus Baumwolle und zu 20 Prozent aus dem dort heimischen Bananenhanf Abacá, der sonst zu Teebeutel, Zigarettenpapier, Wursthüllen und industriellen Filtern verarbeitet wird. Aber auch mit Faserstoffen von europäischen Feldern lässt es sich experimentieren: Wie wäre es zum Beispiel, einen Teil der Baumwollkämmlinge durch Hanf zu ersetzen?

So viel wie nötig. So wenig wie möglich.

Wie wir mit Plastik als Rohstoff umgehen


Kunststoff dient uns als Trägermaterial für Sicherheitselemente – und zur Erhöhung der Langlebigkeit. Zu finden ist er in Form von Trägermaterial für die Sicherheitsfäden im Substrat und von hauchdünnen Folien, die den Baumwollkern umschließen (Hybrid™, Hybrid ADDvance®) und so die Banknote vor Schmutz und Feuchtigkeit schützen. Unsere Folien beziehen wir von Herstellern aus Europa, wo Polyesterflocken verschmolzen und zu Folien gezogen werden. Alle Kunststoffe sind – so lange sie erdölbasiert hergestellt werden – begrenzt verfügbar und schwer abbaubar. Deshalb haben wir eine einfache Regel für den Umgang damit aufgestellt: So viel wie nötig. So wenig wie möglich. So viel wie es braucht, um die Banknote möglichst lange haltbar zu machen. Denn nichts ist energieintensiver als ein Schein, der ständig entsorgt und neu produziert werden muss. Und so viel wie es braucht, um die Banknote fälschungssicher zu machen. Faustregel: Niedrige Denominationen müssen besonders haltbar sein, da sie durch viele Hände wandern. Sie brauchen aber nicht zwingend die volle Ausstattung an Sicherheitsfeatures. Bei hohen Werten ist es andersherum: Weniger Anspruch an Haltbarkeit, da seltener im Umflauf – dafür mehr Sicherheitsfeatures. Deshalb verwenden wir die dünnsten technisch verarbeitbaren Folien – und setzen ungefähr achtmal so viel Baumwolle wie Folie ein.

 

6 µm

Wir verwenden die dünnsten Folien, die technisch zu verarbeiten sind – nur so dick wie ein Fünftel eines Menschenhaares.

Waschecht und sauber.

Warum wir stolz auf unser Nassfestmittel sind. Ein Fünfer landet schnell mal in der Jeanstasche und genauso schnell in der Waschmaschine. Damit er wieder als Ganzes herauskommt, mischen wir Nassfestmittel zum Baumwollsubstrat. Hier verwenden wir ein Mittel der 3. Generation: das beste und sauberste auf dem Markt. Denn aufgrund unseres Standorts im Trinkwassereinzugsgebiet der Stadt München, mit besonders niedrigen Grenzwerten, kommt kein anderes in Frage. Damit es unseren Ansprüchen genügt, haben wir zusammen mit unseren Lieferanten ein noch besseres, noch reineres Mittel entwickelt – und zahlen dafür natürlich einen höheren Preis.

Weitere Informationen


Nachhaltigkeitszeitung
Wie nachhaltig kann eine Banknote sein? Louisenthal hat dazu seine gesamte Wertschöpfungskette analysiert und eine ehrliche Bestandsaufnahme gemacht: Was läuft gut? Was geht besser?

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The Life of a Banknote
Louisenthal startete unter dem Motto "Life of a banknote" eine Kampagne um konkrete Maßnahmen für eine grüne Banknote zu fördern, einschließlich der Verwendung von grüner Energie, fair gehandelter Baumwolle, wiederverwendbarer Verpackungen und Recycling. Wussten Sie, dass wir 25% unseres eigenen Stroms produzieren und den Wasserverbrauch in 9 Jahren um 40% reduziert haben?

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